Gefährlich wird KI nicht erst dann, wenn sie „zu klug“ wird, sondern wenn sie in eine Logik gerät, in der Klugheit vor allem eines bedeutet: den Gegner zu schlagen. Eine KI, die gegen eine andere KI entwickelt und eingesetzt wird, steht nicht im üblichen Marktwettbewerb, wo Produkte scheitern dürfen und Regulierung zumindest theoretisch nachzieht. Sie steht in einer Dominanzlogik. Dort zählt nicht Kundennutzen, sondern Überlegenheit. Wer verliert, zahlt nicht mit Marktanteilen, sondern mit Sicherheit, Souveränität oder im Extrem mit Menschenleben. Das ist der Punkt, an dem aus Innovation ein Rüstungswettlauf wird – selbst dann, wenn die Akteure offiziell „nur“ Effizienz versprechen. Das Schema ist fast immer gleich. Man nimmt an, der Gegner könne morgen einen Vorteil haben. Also beschleunigt man heute. Beschleunigung erhöht Komplexität und senkt die Bereitschaft, harte Sicherheitsauflagen zu akzeptieren. Gleichzeitig steigt der Anreiz zur Geheimhaltung, weil Transparenz dem Rivalen hil...